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Informationen & häufige Fragen

Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen rund um Parkinson, neurologische Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten.

Früher wurde der Beginn der Krankheit mit dem Auftreten von motorischen Symptomen wie Zittern, Verlangsamung oder Muskelsteifigkeit festgelegt. Die Neurowissenschaften haben aber in den letzten Jahren immense Fortschritte erzielt und heute weiß man, dass die Erkrankung bereits Jahre, möglicherweise sogar Jahrzehnte vor dem Ausbruch der motorischen Symptome beginnt. In diesem Frühstadium ist eine exakte Diagnose derzeit nicht verlässlich möglich. Es können aber in der („Präsymptomatischen“) Frühphase bereits Symptome auftreten. Es ist zu beachten, dass ca. 1/3 aller Parkinson-Betroffenen nie zittert.

Zu den Symptomen, die in der Frühphase auftreten können, zählt man heute:

1: Depressive Verstimmungen und Angstzustände

2: Schmerzen sind ein sehr häufiges Frühsymptom. Zu den häufigsten Fehldiagnosen im frühen Krankheitsstadium gehören "Schulter-Arm-Syndrom", Karpaltunnel-Syndrom und Muskelverspannungen im Rahmen eines Zervikalsyndroms.

3: Verstopfung (=Obstipation). Sie FAQ „Ernährung“

4: Schlafstörungen wie z.B. die "REM Schlaf-Verhaltensstörung". Eine Erkrankung die mit wilden, heftigen Albträumen einhergeht.

5: Riechstörungen. Sie werden auch als „Hyposmie“ bezeichnet. Eine Riechstörung kann viele Jahre vor dem eigentlichen Krankheitsausbruch auftreten. Riechstörungen sind bei Parkinson-Patienten sehr häufig. Es kommt dabei zu einer Beeinträchtigung des Geruchssinns, so wird z.B. der Geruch von Oregano nicht mehr wahrgenommen. Im Zuge der Riechstörung verliert oft auch das Essen an Geschmack. Die Patienten können die Speisen nicht mehr gut schmecken, das Essen erscheint langweilig und fad. Die Riechstörungen sind eine Ursache des Gewichtsverlusts, wie er bei Parkinson-Patienten häufig beobachtet wird.

Abgesehen von der REM-Schlaf-Verhaltensstörung sind die anderen in der Frühphase auftretenden Symptome unspezifisch. 

Erste motorische frühe Symptome der Erkrankung können sein:

  • Eine Änderung der Mimik: Weniger Gesichtsausdruck („Maskengesicht“).
  • Sprechstörung: Leises, mehr monotones und langsames Sprechen.
  • Bewegung: Die Parkinson-Krankheit beginnt häufig auf einer Körperseite. Es kommt zu einer Verlangsamung von Bewegungen (Bradykinese), einer Steifigkeit (Rigor), das Gehen wird langsamer, das Umdrehen kann weniger flüssig sein, die Haltung kann mehr gebückt seit und beim Gehen wird ein Arm oft weniger mitbewegt.
  • Zittern (Tremor): Tritt häufig zuerst auf einer Hand auf. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Ruhetremor, also wenn zum Beispiel die Hände entspannt auf den Oberschenkeln oder einer Armlehne aufliegenliegen. Oft wird der Tremor bei Parkinson als „Pillendrehertremor“ bezeichnet, weil das Zittern an dieses Bewegungsmuster erinnert. Oft kann der Tremor kurz unterdrückt werden.
  • Mikrographie: Die Handschrift wird kleiner. Oft beginnen Betroffene am Anfang der Zeile mit großen Buchstaben, die gegen Zeilenende immer kleiner werden.

Die Ursache der Parkinson'schen Krankheit ist unklar. Trotz intensiver Bemühungen der Wissenschaftler ist es bis heute nicht möglich, die Ursache der Erkrankung zu finden.

Die auslösenden Ursachen dürften in komplexer Weise zusammenwirken. Es gibt zahlreiche Hinweise, dass mehrere Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind. Heute geht man davon aus, dass eine – derzeit noch unbekannte – von außen kommende „Noxe“ in manchen Menschen, die durch ihre genetische Ausstattung empfindlich sind, die Krankheit auslösen könnte. Diese von außen wirkende „Noxe“ ist aber nicht bekannt, es ist aber mittlerweile eine anerkannte Theorie, dass der Krankheitsprozess im Darm beginnt. Möglicherweise führt eine Änderung des Mikrobioms (Bakterien, Viren, Pilze), die den menschlichen Körper, insbesondere den Darm, besiedeln zu einer Störung der Darmschleimhaut. Durch diese Störung könnten toxische Substanzen leichter in den Körper eintreten. Aber: M Parkinson ist nicht ansteckend!

Bei jüngeren Betroffenen mit einem Krankheitsbeginn unter 45 Jahren sind häufig genetische Ursachen nachweisbar.

Beim Morbus Parkinson kommt es zu einem Untergang (=Degeneration) von bestimmten Nervenzellen im Gehirn. Diese untergegangenen Nervenzellen führen zu Veränderungen der Strukturen im Gehirn, die mit speziellen Mikroskopen vom Pathologen nachgewiesen werden können. Diese Strukturen werden nach dem Entdecker als Lewy-Körperchen bezeichnet. Ein spezieller Teil des Gehirns, die Substantia nigra („schwarze Substanz“) ist besonders betroffen. Die Substantia nigra ist reich an Dopamin-produzierenden Nervenzellen.

Typisch für Morbus Parkinson sind Bewegungsstörungen wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit. Erst spät im Krankheitsverlauf kommt es zu Störungen des Gleichgewichts. Sehr häufig treten diese Veränderungen zunächst nur auf einer Körperseite auf.

Es können zumeist im späteren Krankheitsverlauf sogenannte „nicht-motorische“ Symptome auftreten: Schlafstörungen, Riechstörungen, neben einer Obstipation auch eine Blasenfunktionsstörung mit vermehrtem Harndrang, eine Störung der Kreislauffunktion mit niedrigem Blutdruck und Schwindel beim Aufstehen, Apathie, Angststörungen und Depressionen

Die Lebenserwartung bei Parkinson hat sich durch moderne Therapien stark verbessert. Generell gilt, dass die Lebenserwartung von Betroffenen normal oder nur minimal um ein bis zwei Jahre verkürzt ist.

Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich sein und hängt auch von anderen Begleiterkrankungen ab.

Die Lebenserwartung kann durch Medikamente, aber auch durch Sport und Bewegung, eine ausgeglichene Ernährung und eine – soweit möglich – aktive Lebensgestaltung positiv beeinflusst werden.

Parkinson ist nicht heilbar, aber Medikamente können die Symptome lindern und in frühen bzw. mittleren Stadien zu einer Besserung von 60 – 100% führen.

 

In jedem Krankheitsstadium werden Medikamente wirksam bleiben und in jedem Krankheitsstadium können Verbesserungen erzielt werden.

Neben den Medikamenten werden als wichtige zusätzliche Therapiemaßnahmen Ausdauertraining, Physiotherapie mit Schwerpunkt auf Gleichgewichts- und Dehnübungen sowie Logopädie empfohlen. Eine ausgeglichene Ernährung wirkt sich ebenfalls günstig aus.

Neue Studien zeigen, dass eine richtige Ernährung den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann. 

Eine oft quälende Obstipation (Verstopfung) kann schon Jahre vor den motorischen Symptomen auftreten.

Die meisten internationalen Leitlinien empfehlen heutzutage eine „mediterrane Ernährung“. Es gibt Hinweise, dass diese Ernährung den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst.

Die „mediterrane Ernährung“ enthält besonders viel frisches Gemüse, Obst, Ballaststoffe und andere gesunde Zutaten wie Öle mit ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl, Rapsöl, Leinöl, Walnussöl etc.), Fisch, Hülsenfrüchte und wenig Fleisch. 

Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 bis 2 Litern täglich ist bei Parkinson zu achten, um einer Verstopfung vorzubeugen und den Blutdruck zu

stabilisieren. Neben Wasser können auch Suppen, Kaffee oder Tee konsumiert werden. 

Empfohlen werden auch mehrere kleine Speisen über den Tag verteilt (siehe Frage 8)

Fertiggerichte und zu viel Zucker sollten nach Möglichkeit vermieden werden.  

Falls Betroffene Levodopa (Madopar, Sinemet) einnehmen, ist zu beachten: NICHT zum Essen! Levodopa sollte mindestens 30 Minuten vor oder 90 Minuten nach dem Essen eingenommen werden.

Neben Ausdauersport werden Sportarten empfohlen, die komplexere Bewegungsmuster erfordern:  Klettern (unter Anleitung und am besten in einer „Parkinson-Gruppe“), Tanzen, Thai Chi, Tischtennis, Boxtraining, Nordic Walking etc..

Sport und Bewegung können mehrmals die Woche ausgeübt werden. Auf Ruhephasen nach einer sportlichen Betätigung sollte aber geachtet werden.

Besonders in fortgeschrittenen Krankheitsstadien ist es wichtig Levodopa (z.B. Madopar oder Sinemet) nicht mit Eiweiß einzunehmen, da der Wirkstoff im Dünndarm aufgrund des hohen Eiweißgehaltes nicht richtig aufgenommen werden kann. Dadurch kann es zu einem Wirkverlust dieses Medikamentes kommen.

Außerdem sollte Levodopa NICHT zum Essen eingenommen werden, sondern mindestens 30 Minuten vor oder 90 Minuten nach dem Essen.

In fortgeschrittenen Krankheitsstadien muss Levodopa oft mehrmals am Tag eingenommen werden. Die Einnahme sollte nach Möglichkeit pünktlich erfolgen.

Eiweiß (Protein) spielt bei Parkinson eine wichtige Rolle: Einerseits ist es notwendig und einen Abbau der Muskulatur zu verhindern, andererseits kann es die Aufnahme des Medikaments Levodopa im Dünndarm stören. Eine Verteilung des Eiweißes auf den Abend könnte motorische Schwankungen über den Tag reduzieren.

Prinzipiell wird Levodopa in jedem Krankheitsstadium eine Wirkung auf die motorischen Symptome der Erkrankung haben. 

Es können im fortgeschrittenen Stadium aber Symptome auftreten, bei denen Levodopa oder ein anderes Parkinson-Medikament nicht oder kaum wirksam ist wie zum Beispiel Störungen des Gleichgewichts oder kognitive Defizite.

Die medikamentöse Therapie sollte immer so erfolgen, dass eine bestmögliche Wirkung ohne wesentliche Nebenwirkungen erzielt wird.

Ein Fahrer muss generell entweder keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben oder eine Erkrankung, die so gut unter Kontrolle ist, dass Symptome höchstwahrscheinlich keine Probleme verursachen.

Ob Sie noch ein Fahrzeug steuern können oder dürfen, ist von der Ausprägung Ihrer Bewegungsstörungen abhängig, von möglichen Defiziten von Konzentration und Aufmerksamkeit und es können auch Nebenwirkungen der Medikamente die Fahrtüchtigkeit einschränken.

Besprechen Sie das Thema unbedingt mit Ihrem behandelnden Facharzt.